Ein Lebensgefühl – Motorräder gehören dazu.

Es gibt Motorräder, die nicht von Harley-Davidson stammen, aber trotzdem Motorräder sind. Ducati zum Beispiel oder Moto Guzzi, Triumph, Honda, eine wunderbare Laverda oder noch besser, eine richtige BMW. Das ist eine Tatsache. Und alle eint ein besonderer Lebensstil – das Motorrad gibt es gratis dazu.

David Beckham ist der Held unserer Geschichte. Man treffen sich dort, wo er sich am wohlsten fühlt: Auf der Straße und zusammen mit Freunden beim biken. David Beckhams attraktives Aussehen, seine Beherrschung des Motorrads und sein ungezwungenes Charisma vor der Kamera machen ihn zur offensichtlichen Wahl für die Rolle unseres Helden. Beckhams Ruf reicht weit über seine internationale Fußballkarriere hinaus bis hin zum Sport im Allgemeinen. Er ist außerdem Mode- und Kulturikone und somit inmitten seiner Motorradfreunden genauso souverän wie als Vertreter Großbritanniens bei den Olympischen Spiele und die Fußball-Weltmeisterschaft. Als Symbol für zeitgenössische, sensible Männlichkeit ist Beckham
als Stilvorlage schon immer bekannt gewesen – wie für seine fein gezirkelten Freistöße. Seit David Beckham als Fußballer in Rente gegangen ist – sein letztes Spiel machte er im Mai 2013 für Paris Saint-Germain – hat er neben der Zeit für Frau und Kinder, Repräsentationspflichten auch reichlich Freizeit. Und Muße. Erster Eindruck von Beckham: Der Mann wird mit dem Alter (40) immer besser, Augenfältchen und Drei-Tage-Bart passen gut zum unaffektierten Biker-Look. Zweiter Eindruck: Er ist ideal für den Look, er selbst in schwarzem T-Shirt, unter dem seine Tätowierungen aufblitzen, derben Boots, Lederhose. Das ist umso überraschender, denn immer noch erinnert man (und Frau) sich an Beckham als metrosexuellen Mann – hypergepflegt, stilistisch kühn und stets frisch manikürt. Erkennt er sich darin heute noch wieder? „Metrosexualität ist nicht vorbei, überhaupt nicht. Und wenn ich etwas dazu beigetragen habe, den Blick auf Männer und Mode zu verändern, bin ich stolz darauf. Aber meine Stimmung ändert sich ständig. Morgen Abend trage ich vielleicht einen tollen Anzug und saubere Nägel. Und heute werde ich mich beim Motoradfahren richtig schön dreckig machen“.

Wie gesagt, Fußball und Motorradfahren sind nicht unbedingt nur Sportarten. Es geht hier auch um eine entspannte Einstellung zum Leben. Um diese reine Empfindung von Natur, etwas, das heutzutage hinter unseren Computerbildschirmen total verloren geht. Unser Leben heutzutage ist ein gutes. Aber es ist auch wichtig, etwas Echtes, erdiges und unkompliziertes weiterhin am Leben zu erhalten – und zwar ohne dabei nostalgisch zu werden. So brauchen wir alle – wenigstens hin und wieder – eine kräftige Dosis an Freiheit und Abenteuer! Und genau diese Geisteshaltung hat Starfotograf Peter Lindbergh mit diesen Fotos eingefangen. Hierbei spielen Motorräder neben David Beckham die Hauptrolle, aber eben auch Mode und Freunde. Es zählt allein der Wille zur Unabhängigkeit. Und ja, wenn das eine gewisse nostalgische Sehnsucht hervorruft, dann die nach verlorenen Freiheiten. Peter Lindbergh fotografiert in Schwarz-Weiß, er weiß Schönheit nah und zugänglich zu inszenieren.

Er will immer alles selbst in die Hand nehmen, so die Erfahrung mit David Beckham.
Hier geht einer seinen Weg, macht sein Ding. Gradlinig, authentisch, unverwüstlich. Zur nachhaltigen Symbolik, die mit seinem Namen wohl untrennbar verknüpft ist, gehört die Botschaft: Ich bin euer Star, aber ich gehöre euch nicht….Den vollständige Bericht kann man hier nachlesen: Retrowelt, Ausgabe 2

TEXT: CLAUS FISCHER // FOTOS: PETER LINDBERGH

Zur Ausgabe

ALLEIN DER WILLE ZUR FREIHEIT ZÄHLT. WENN DAS EINE GEWISSE NOSTALGISCHE SEHNSUCHT HERVORRUFT, DANN DIE NACH VERLORENEN FREIHEITEN

BEIM MOTORRADFAHREN GEHT ES AUCH UM LIFESTYLE UND UM DIESE REINE EMPFINDUNG VON ETWAS ECHTEM.