Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, ein leidenschaftlicher Autoliebhaber, hat über jahrzehnte hinweg eine charmante private Sammlung alter Automobile zusammengetragen.

Ich konnte bereits mit elf Jahren fahren – natürlich nur auf Privatgrund

Karl Friedrich Emich Meinrad Benedikt Fidelis Maria Michael Gerold Prinz von Hohenzollern
ist Unternehmer und Chef des ehemals fürstlichen Hauses Hohenzollern (-Sigmaringen), der katholischen schwäbischen Linie der Hohenzollern. Der Tradition folgend wird er daher als Fürst von Hohenzollern bezeichnet.

Sicher gibt es manchen Vorgesetzten, der sich insgeheim wünscht, von seinen Angestellten als ‚Hoheit‘ angesprochen zu werden. Aber es gibt nur wenige, denen die etwas livrierte Anrede täglich zuteil wird. Karl
Friedrich Fürst von Hohenzollern ist einer von ihnen. Ganz entspannt kommt uns ‚Seine Durchlaucht‘ im Innenhof des ehemals fürstlichen Residenzschloss Sigmaringen auf dem Weg zur Garage entgegen. Mitarbeiter nicken ihm ehrerbietig zu, sie alle werden vom Fürst mit Namen
begrüßt. Und sogleich wendet sich der Auto-Enthusiast dem Fahrzeug unseres Fotografen zu. Igor Panitz hat anlässlich des fürstlichen Shootings seinen Bentley gewählt um standesgemäß
vorzufahren. Zur Einstimmung entwickelt sich ein Fachgespräch zwischen Fürst und Fotograf über
Ausstattung des Bentleys und über gemeinsame Autoleidenschaften. Und dies ist der Grund unseres Shootings für das Retrowelt Magazin. Der Fürst von Hohenzollern und seine Autos.

Aber mehr als Sammler von Automobilen ist Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern ein Unternehmer. Das muss er sein, denn als Oberhaupt trägt er die wirtschaftliche Verantwortung für sein Adelshaus: Er ist Chef der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern. Die Entscheidungen seiner Hoheit sind es, die über das Wohl und Wehe von Unternehmen richten, die im Jahr weit mehre hundert Millionen Euro umsetzen. Und wie bereits im Vorwort angesprochen, es „Bleibt alles anders“ – die Zeiten haben sich geändert – in mehrerlei Hinsicht. Das jahrhundertealte Geschäftsmodell des Adels funktioniert nicht mehr. Die Ära, in denen die Hohenzollern, die Wittelsbacher, die Welfen und die von Thurn und Taxis ihre Besitztümer und Schlösser allein aus den Renditen ihrer Wälder, Äcker und Ländereien unterhalten konnten, sind lange vorbei. Und da die Liegenschaften in der Regeln mehr kosten, als sie einbringen, sind Grafen und Herzöge, die Fürsten und Freiherrn mehr denn gefordert um ihr traditionsreiches Erbe für die künftigen Generation zu sichern. Das erklärt, warum sich der Schöngeist, Musikfan und begnadete Jazzsaxophonist Fürst Karl Friedrich mit den Renditen von Turboladern genauso gut auskennt wie mit der Bedeutung des amerikanischen
Pianisten Nat King Cole. Und warum über den Bildschirm auf dem Schreibtisch im edlen Arbeitszimmer auf Schloss Sigmaringen Holzpreise und Skilifttarife genauso flimmern wie Immobilienrenditen und Baumarktdividenden. Schließlich gehören zur Unternehmensgruppe
Fürst von Hohenzollern nicht nur die Wälder des schwäbischen Adelshauses, sondern auch ein Maschinenbau-Konzern, Bau-Märkte, Immobilien – und ein ganzes Skigebiet.

Und dennoch, der Unternehmenslenker steuert ebenso gerne seine Oldtimer – vorzugsweise seinen Mercedes 280 SL von 1970. „Ich konnte bereits mit elf Jahren fahren – natürlich nur auf Privatgrund“, erzählt uns der Fürst von Hohenzollern stolz. Und eben dieser Mercedes war sein erster privater Sportwagen – von seinem Vater geschenkt. Und in der kleinen Garage am Schloss befinden sich noch weitere Fahrzeuge die allesamt – neben der silbernen Farbwahl einen privaten Hintergrund oder eine Geschichte haben.

Der Porsche 356er gehörte seinem Onkel und der aus der Rolle fallende BMW E9, eher bekannt als der spätere BMW CSI 3.0. hatte Alfredo „Dino“ Ferrari, den Sohn des großen Enzo Ferrari als Besitzer. Welche Anekdote – der Vater wollte ihm keinen Ferrari erlauben. Als wirkliche Diva entpuppt sich ein frisch restaurierter Alfa Romeo 2000 Spider in rauchsilbernen Farbton mit bordeauxrotem
Leder. Steht da um getätschelt, bewundert und gefahren zu werden. Und kaum ist der Motor gestartet, verziehen sich die Mundwinkel aller Beteiligten zu einem Lächeln. Bella Italia! ’O sole mio!

Ach ja, bevor es vergessen wird, noch die Frage schlechthin: „Ob er jemals daran gedacht habe, seine große Musikleidenschaft zum Beruf zu machen, mit seiner Jazzband ‚Charly and the Jivemates‘ ein Leben jenseits von Holzrenditen, Turboladern und Skiliftpreisen zu leben?“ „Nein, nie“, da ist der Fürst sehr bestimmt. „Mit dem Namen Hohenzollern verbinde ich die Tradition und die Verpflichtung, alles weiterzuführen“, sagt er zum Schluss. Bevor er mit ‚Ihrer Durchlaucht‘
im Alfa Romeo zum Lunch entschwindet – und wir das fürstliche Shooting mit einer großartigen Führung durchs Schloss beenden.