TEXT: Ilja Knezovic // FOTOS: Gerd Fürster

Der Druckknopf von PRYM verschließt ebenso sicher wie unauffällig Jeanshosen, Sportbekleidung, Lederwaren oder Ausrüstungsgegenstände. Ob edel und auffällig oder versteckt und hautnah: Es gibt kaum einen Lebensbereich, der ohne Druckknopf auskommt.

FRÜHER WAR ALLES BESSER. AUF JEDEN FALL WAR EIN PRODUKT ALS MARKE BESSER ERKENNBAR. FÜR DIE WELT DER MARKEN HAT DIE HEUTIGE VISUALISIERUNG UND REIZÜBERFLUTUNG GEWALTIGE AUSWIRKUNGEN, DIE WEIT ÜBER DIE KLASSISCHEN FRAGEN DER MARKENFÜHRUNG HINAUSGEHEN.

Authentizität etwa ist ein Wert, der sich eben genau dadurch auszeichnet, dass er nicht simulierter ist. Beim aktuellen Trend zum wahren „Echten“ zählt in erster Linie der Kern einer Marke. Er ist eigentlich nichts anderes als der eigentliche Mehrwert eines Labels – das, was die Marke am Ende profitabel macht oder nur mühsam überleben lässt. „Eine gesunde Markenidee, eine ehrliche Leistung, ein entsprechender Bedarf des Marktes, ein charaktervolles Gesicht, das beim Verbraucher Anerkennung findet und Beharrlichkeit sind alles, was eine Marke zum Leben braucht“, so die These von Peter Domizlaff, Schöpfer bekannter Marken, gilt für viele Marken und trifft im Besonderen auf die Marke Prym – das älteste Familienunternehmen Deutschlands – zu.

RW_Bild_800x800_PRYMDas urkundlich erwähnte Jahr 1530, in dem sich Wilhelm Prym in Aachen selbstständig machte, gilt als Gründungsjahr des Unternehmens. Seit 1642 im nahen Stolberg in der Messingverarbeitung tätig, beginnt die Familie Prym 1903 mit der Produktion des eigenen Druckknopfes. Hans Prym war es, der durch einen genialen Einfall die Funktionen des kleinen Knopfes entscheidend verbesserte: In das seitlich geschlitzte Oberteil wird ein rostfreier Bronzedraht in Form einer Doppel-S-Feder eingelegt. Seitdem lässt sich der Knopf gut zusammendrücken und wieder öffnen: nicht zu fest und nicht zu locker.

Beinahe ebenso berühmt wie der Druckknopf selbst sind die Karten, auf denen Pryms Druckknöpfe seit den Anfängen im Handel angeboten werden. Die Motive dieser Pappkarten erzählen bis in die 30er-Jahre vom Fernweh, von der Sehnsucht nach ländlicher Idylle, nach Ruhm und Freiheit. Als Dokumentation des bürgerlichen Geschmacks einer ganzen Epoche besitzen diese Karten heute einen hohen Sammlerwert.

In seiner mehr als 100-jährigen Geschichte hat sich PRYM oft und sichtbar gewandelt. Viele Schlachten geschlagen. Um Erfolg zu haben, benötigt es mehr als unorthodoxes Denkvermögen, Geistesblitze und Tüftler-Talent. Der entscheidende Teil des Erfolgsgeheimnisses einer Marke liegt in der einfachen Mixtur und in der Wahrung der immer wieder überprüften Produktqualität. So gilt damals wie heute. Ob edel und auffällig oder versteckt und hautnah: „Jeder braucht jeden Tag etwas von Prym.“