Fahrkultur
/Automobile

Erlebe das Besondere

TEXT  Joachim Fischer  
·  FOTOS  Daimler AG  
·  2.04.2021
Bewegung ist in jedem guten Roadmovie ein wesentlicher Teil der Problemlösung. Das gilt auch für diesen Beitrag über den Mercedes-AMG GT. Mit den GT hat Mercedes-AMG den Sportwagen sportiv 
in Richtung Kultobjekt beschleunigt. Zugegeben, an den Sportwagen im Straßenverkehr hat man sich schon gewöhnt, aber wer ihn einmal gefahren hat ist erstaunt wie der Mercedes-AMG GT unglaubliche Fahrdynamik und erstklassige Rennstrecken-Performance mit hoher Alltagstauglichkeit und Effizienz verknüpft.
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Chic war AMG schon immer, aber nun macht die Marke noch mehr Spaß und sieht mit dem GT dabei auch richtig gut aus. Mit gravierenden Spätfolgen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird AMG GT-Fahrer selten beim Fahren aufploppen. Nicht das wozu zählt, es ist das wofür. Einfach leben, losleben, aufleben. Wir haben schon andeutungsweise darauf hingewiesen: Der Fahrstil des Sommers ist, mit allen kultur- und fahrerspezifischen Variationen, sowohl entspannter wie auch draufgängerischer als zu anderen Jahreszeiten. Nicht nur in Deutschland, wo es keine grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn gibt. Gut für den GT. Fahren ist Balzverhalten, Imponiergehabe, Präsentation; Fahren kann auch kokett sein, ein Flirt. Und im Sommer noch viel mehr.

Ich bin in Stuttgart gestartet, habe mich durch die Nacht im blendend hellen Licht der Scheinwerfer bewegt. Der GT durchquert unbekanntes Gebiet, durchquert verschlafene Dörfer mit dem ersten Grau der Morgendämmerung. Irgendwann wird die Landschaft charmanter und die Namen der Städte haben plötzlich die sanfte Note der französischen Sprache.

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CIRCUIT DE SPA-FRANCORCHAMPS

Ich genieße die erste Tasse Kaffee des Tages an der Theke einer kleinen belgischen Snackbar und rolle dann erwartungsvoll in die wohl berühmteste Ecke Europas: Der Name dieser superschnellen Kurve, dieser G-Force-Hölle, ist Eau Rouge. Sie finden es auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Auch hier haben Sicherheitsanforderungen eine einst gefürchtete klassische Rennstrecke domestiziert – aber das Eau Rouge ist das Nadelöhr geblieben, durch das große Herzen in den Himmel der Rennfahrer gehen und wo schüchterne Seelen kläglich scheitern werden. Nein, dann hilft Ihnen nicht einmal Ihr Mercedes-AMG GT.

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IN DEN MARITIMEN ALPEN

Einen Tag später überquere ich mit dem Mercedes-AMG GT die Grenze von Italien nach Frankreich. Nachdem ich Belgien verlassen habe, bin ich auf die deutsche Autobahn gefahren und bin total erstaunt, wie gelassen und hervorragend der GT selbst lange Strecken der Reise stundenlang meistert Ende. Überquerte die Schweiz in der Nähe von Basel, überquere den Gotthardpass im Morgengrauen, wo mich der Nebel überrascht.

Lugano, Mailand, die endlose Autobahn erstreckt sich durch die norditalienische Poebene unter einem trostlosen Himmel, der von niedrigen Stratuswolken verdeckt wird. Wenn ich in der Nähe von Monte Carlo bin, habe ich keine Lust mehr auf Autobahnen. In der Nähe von Menton biege ich nach Norden ab und folge der D2566. Der GT arbeitet sich mühelos elegant in die Täler der Seealpen vor. Das Auto bewegt sich wie ein Raubtier, entschlossen, einfach großartig. Hinter Sospel sehe ich endlich Verkehrsschilder, die auf den Col de Turini zeigen, den Pass der Begierde der Rallye Monte Carlo. Verblasste Bilder aus den 1960er Jahren flackern mir durch den Kopf: Rollkragenpullover, Schlaghosen, Vollgas-Jet-Set, ungehemmte Rallye-Helden, die auf dem Metall stehen. In den frühen 1960er Jahren triumphierte Mercedes-Benz hier in einem 220 SE, und kurz darauf wurde der Monte zu einem Katalysator für Begierden, der bis heute ganze Rallye-Generationen inspiriert. Der GT knurrt lässig durch die Kurven unterhalb der Passhöhe.

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MONTE CARLO

Die Sonne steht strahlend am Himmel. Der Himmel und das Licht haben hier eine andere, fast möchte man sagen: transzendente Qualität. Ein eigenes Blau, Alpinblau. Ich öffne das Fenster und höre französische Radiosender – obwohl ich kein Wort verstehe. Aber es hat etwas entschieden Monumentales, geradezu Naturgewaltiges. Ähnlich einer Raubkatze, sagen manche Leute. Stört mich gar nicht. Und hierher passt er wunderbar. Sagte ich das schon? Bei meiner Ankunft in Menton wähle ich den Hintereingang nach Monaco: Ich gehe auf die Straße D22 nach Sainte-Agnés. Das kleine Bergdorf klammert sich malerisch an die Felsen und ist ein weiterer regelmäßiger Landeplatz für die Rallye. Der GT rollt über den großen Vorplatz, das tiefe gutturale Knurren des V8 driftet durch das Talbecken. Ich fahre weiter auf der D22 zum Col de la Madone, die Straße verengt sich, Lavendel und Stechginster wachsen über die Ränder. Unterhalb von Peille explodiert der GT zurück auf die D53. Von hier aus fallen wir runter zum Meer. Ich erhasche den ersten Blick auf Monte Carlo in der Nähe von La Turbie: bewege den GT auf den Spuren der legendären Formel-1-Strecke. Der Grand Prix prägt Monaco. Er gibt dieser extrovertierten Stadt Stabilität. Und er gibt ihr Stolz und Klasse. Kaum vorstellbar, wie es wäre, wenn hier kein Rennen mehr möglich wäre. Aber heute zeige ich dem GT das Cinemascope-Panorama und hämmere dann in den wogenden Stadtverkehr. Gierig gleitet der GT durch die berühmte Haarnadelkurve des Grand Hotels, dann hallt das Rumpeln des V8 durch den Tunnel unten am Meer. Erst jetzt erwachen der GT und ich aus unserer Hypnose, das Rennen ist vorbei. Wir sind angekommen. Langsam habe ich den GT am Yachthafen in der Nähe der gigantischen Luxusyachten ausrollen lassen – Motor aus. Ich bleibe am Steuer sitzen. Die gesamte Reise flackert für ein paar intensive Momente durch meine Synapsen. Dann ist meine Batterie leer. Ich steige aus, atme tief ein. Wohl dem wer den Corona-Sommer mit Familie und Veuve Clicquot hier auf der eigenen Yacht verbracht hatte. Betörend erfüllt sich die milde Luft  mit dem salzigen Meergeschmack. Ich halte inne und atme die Stimmung ganz  tief ein. Und gegen alle anderen Versuchungen, gerade wenn man jung ist, hilft vielleicht die Besinnung auf folgenden, Mark Twain zugeschriebenen Ausspruch: „Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“

Das war’s. Schon ist der Sommer wieder vorbei. Rien ne va plus! Und gerade als wir tief aufgeatmet haben sehen wir ihn auftauchen: Am Horizont den Herbst als Vorbote der kalten Jahreszeit. Aber keine Angst, auch der nächste Sommer kommt bestimmt. Wir melden uns rechtzeitig wieder. Bis dahin: Happy New Year!

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