Lebensart
/Reisen

Im Rausch der Geschwindigkeit

TEXT  Bernd Riese  
·  FOTOS  Andrea Koch, Archiv  
·  20.10.2021
Mit welcher Begeisterung Strandsegeln verbunden ist, zeigt sich zum einen in dem ungeheuren Geschwindigkeitsrausch, der das Adrenalin nur so durch die Adern feuert.
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Denn wenn der Wind über den Strand fegt, erreichen Hochleistungsstrandsegler schnell mal 100 Stundenkilometer oder mehr. Mit den Rennern flitzt man zwar bei weitem nicht so schnell über den Sand wie in einem Auto, doch immer noch rasant genug, um damit, unfreiwillig abzuheben. Aber neben der Geschwindigkeit besticht der Strandsport mit seinem unkomplizierten Ablauf. Dabei kommt es beim Segeln auf dem Strand besonders auf Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit an, den Strand zu „lesen”. Damit die Reifen nicht in den Prielen oder Wasserrinnen versinken, bedarf es Wind sowie anfangs ein wenig Übung. Sand gibt es ausreichend, auch an Windkraft mangelt es an der Nordsee selten.

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Strandsegeln ist kein Sport für Angsthasen, sondern eignet sich eher für Adrenalin-Junkies, die sich bei extremen Geschwindigkeiten erst richtig wohlfühlen. Der Kick kann allerdings durch unvorhergesehene Abrisskanten im Sand oder einen Plattfuß jäh unterbrochen werden. Havarien sind nicht ungewöhnlich – bei den Europameisterschaften vor fünf Jahren rauschte das halbe Feld der Standardklasse in einen Priel. Dabei barsten Rümpfe, Masten gingen zu Bruch.

Was genau ist ein Strandsegler oder Landsegler?

Bei diesen Segelwagen handelt es sich um beliebte Sportfahrzeuge, die mit natürlichem Windantrieb das ganze Jahr lang genutzt werden können. Je nach Modell stehen unterschiedliche Segelgrößen zur Verfügung. Der Strandsegler oder auch Landsegler verfügt über drei Reifen, wovon einer vorn an der Spitze befestigt ist. Dadurch lässt sich streckenweise auf lediglich zwei Rädern fahren. Die Kunst des Strandsegelns oder Landsegelns liegt darin, den Wind auf effektive Weise zu nutzen. Bei dem Segelsport fährt man (wie Roland Gäbler – mal gerne am Limit) in sitzender bis liegender Position in einer Sitzschale und bestimmen mit einem leichtgängigen Lenkrad die Fahrtrichtung. Im Gegensatz zu anderen Sportarten kommt es hier nicht auf Körperkraft an. Das Fahrzeug lässt sich allein durch den Wind und das Steuerrad manövrieren. Mit der einen Hand wird das Segel bedient und man bestimmt somit das Tempo, mit der anderen wählt man die ideale Fahrspur. Was den Sport ebenso charmant macht: Das Strandsegeln lässt sich neben Sandstränden auch auf kleineren Arealen praktizieren wie auf Parkplätzen, Wiesen, Feldwegen oder vertrockneten Salzseen.

Strandsport im Wind – Ein Rückblick

Schon vor hunderten von Jahren ist der erste Segelwagen an der Küste entlang gesegelt. Als Erfinder der damals sensationellen Technologie wird der Physiker und Ingenieur für Wasserbau Simon Stevin genannt. Seine Erfindung diente Moritz von Oranien, dem niederländischen Fürsten, und orientierte sich ursprünglich an den chinesischen Lastenseglern. Der Weg zu den Hightech-Strandseglern führte über einen wilden Mix aus Autoteilen, Fahrrädern und riesengroßen Tüchern, die als Segel fungierten. Ein Mix aus Go-Kart und Windsurfen! Heute bestehen die Segelwagen aus glasfaserverstärktem Kunststoff und werden von Spezialisten gefertigt. Bis zu 20.000 Euro kann so ein Gefährt kosten.

Die Weltmeisterschaft der Strandsegler, zu der 155 Piloten aus 14 Nationen erwartet werden, finden meist Anfang Oktober in Sankt Peter-Ording statt. Veranstalter ist der Yacht Club Sankt Peter-Ording (YCSPO). 

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