Magazin Artikel

AUF DER JAGD NACH FREIHEIT

TEXT  Eberhard Keller  
·  FOTOS  Meindl Times  
·  30.11.2021
Meindl
Fernab von wohliger urbaner Zivilisation und modischer Karohemden, von hippen Vollbärten und unterarmtätowierten Kerlen trifft man hier im Gebirge auf echte Typen – und Markus Meindl.
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Wer ist dieser Meindl? Ist das nicht der mit den Wanderschuhen? Oder Lederhosen? Ja, das ist er! Aber Markus Meindl ist noch viel mehr. Er ist zum Beispiel Fahrer eines Porsche-Oldtimers und Jäger im Hochgebirge.

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Nun, Gipfelstürmer scheinen aus der Mode gekommen zu sein. Das war ein schleichender Prozess, aber Männer, die möglichst schnell und partout an die Spitze wollen, gelten heutzutage als irgendwas zwischen eindimensional und rücksichtslos. Der moderne Mann, so schallt es aus sozialen Echokammern, muss gefälligst Facetten haben. Der moderne Mann muss wissen, dass Erfolg nicht „höher, schneller, weiter“ bedeutet. Den modernen Mann treibt die Einsicht, dass die Luft ganz oben dünn ist, maximal noch ins Basislager, wo er streng darauf achtet, keinen umweltbelastenden Fußabdruck zu hinterlassen.

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Meindl

Der Wind pfeift einem um die Ohren, teilweise mit 90 km/h. Verschnaufen gibt es nicht, die Kondition muss also stimmen. „Wenn du nicht gut raufkommst, schießt du hundertprozentig daneben“, so Meindl. Der Wille muss da sein und die nötige Kraft in den Waden. Sein langjähriger Jagdfreund Hias Moser erzählt uns: „Aber der Meindl tut sich da nicht schwer. Der ist ein richtiger Naturbursche. Das ist genau das Revier, das er braucht.“ Auch die Ausrüstung trägt ihren Teil zum Erfolg bei. Nicht nur die Hose aus wasserfestem Leder, sondern auch die Gamaschen, der richtige Schuh und die passende Jacke sind jahrelange Begleiter auf dem Weg nach oben. Aus eigener Produktion und österreichischen Leder sowie Loden bester Qualität gefertigt.

Tradition liegt in der Luft

Auch Jean-Claude Biver, Chef von drei internationalen Luxusuhren-Marken, lässt sich von ihr treiben. Eigentlich wollten wir über die Uhrenkooperation von Jean-Claude Biver und Markus Meindl sprechen. Über das Kunststück der Fusion:feinstes Hirschleder und aufwändigste Stickereien verbunden mit modernster Technik und dem Rohstoff Bronze. Die Auflage der Big Bang Bavaria war auf 100 Exemplare begrenzt, wir wissen gar nicht ob es davon noch welche gibt. Biver trägt eine maßgeschneiderte Meindl-Lederhose. Er selbst wohnt auf einem Bauernhof, macht Käse und erzählt uns vom alljährlichen Almabtrieb. Für ihn ist die Lederhose also nichts Ungewöhnliches. Ganz im Gegenteil. Er schätzt die Tradition, denn wer sie verliert, verliert ein Stück der Heimat.

Aber anstatt uns mit der Uhr zu befassen befinden wir uns auf der Jagd in Lungau, die Meindl als Obmann verwaltet. Eine Jagd zu verwalten ist nicht einfach. Diese Aufgabe sollte jemand übernehmen, der es aus Leidenschaft tut. Und der das Geld, das er reingesteckt hat nicht wieder verdienen muss. Einer, der nachhaltig jagt und trotzdem locker bleibt. Der  entspannt bleibt, wenn er mal etwas nicht erwischt. Denn ob man hier oben tatsächlich Gämse antrifft bleibt offen. Stimmt der Wind nicht, sind die extrem geruchsempfindlichen Tiere schneller weg als dem Jäger lieb ist. Wir haben Glück und wir sehen sie am Berggrat. Dort angekommen geht es auf den Knien weiter. Wir robben uns über eine Stunde an das Rudel heran. Das richtige Stück anzusprechen, also die Auswahl, erfordert viel Erfahrung und bringt eine große Verantwortung mit sich. Die führende Geiß oder solche, die noch Junge bekommen können, sind tabu! Die werden nicht angerührt.

Meindl
Meindl

Das Naturschauspiel um uns herum ist einzigartig, geradezu betörend. Und doch ist volle Konzentration gefragt. Mit dem Finger am Abzug hat man die Macht, über Leben und Tod zu entscheiden. Der Schuss selbst muss perfekt sein. Ein schlechter bedeutet Leiden für das Tier und Lebensgefahr für den Jäger, denn die Bergung ist injedem Fall Ehrensache. Manmuss seine Waffe kennen und eine ruhige Hand haben, um auch auf über 300 Meter Distanz schießen zu können. Das restliche Rudel soll unbeschadet bleiben und das Fleisch nichts von seiner hohen Qualität einbüßen. Es ist der Moment da oben, auf den es ankommt. Meindl schießt. Und trifft. Nach dem Schuss, wenn das Adrenalin sich langsam senkt, heißt es: warten und beobachten. Wir lassen dem Rudel seine Zeit, die es braucht. Danach gibt’s ein kleines Zeremoniell. Ein kräftiges „Weidmannsheil!“ für den Schützen, die letzte Ehre für das Wild. Und ein Schnapserl, standesgemäß aus eigener Produktion. Ausgeweidet wird an Ort und Stelle. Es wird geschärft, nicht geschnitten und danach warten schon die Adlerpärchen auf den Aufbruch. „Man genießt das schon. Jagen ist eine Leidenschaft und es geht auch um das Drumherum. Den Weg bewältigt, den Schuss gut gesetzt zu haben und stolz auf den gemeinsamen Erfolg zu sein.“

Rein rhetorisch betrachtet lässt sich mit Männern und Bergen in unserer digital smarten Welt nur noch wenig gewinnen. Nun ist das Schöne an der Sache, dass das den Bergen egal ist. Vermutlich sind sie schon ein paar Tausend Jahre zu lang auf der Welt, um sich dafür zu interessieren, welchen Irrsinn wir Menschen an den Tag legen. Und weil das so ist, brauchen sich auch Männer, die es ins Gebirge zieht, ihre Gipfel nicht kaputtreden zu lassen. Wenn es überhaupt Sinnbilder für die Ewigkeit gibt, dann sind es das Meer und die Berge. Oft ist zu hören, man müsse sich für das eine oder andere entscheiden. Aber das ist falsch. Ob am Wasser oder in der Höhe: Das Leben mit den Elementen hat noch in jeder Generation einen ganz besonderen Menschenschlag hervorgebracht, nämlich einen, der die Härten der Natur stoisch hinzunehmen weiß, einen, der sich bewusst ist, was er aus eigener Kraft schaffen kann und was nicht, kurz: einen Menschenschlag, der niemals dazu neigen wird, sich selbst zu überschätzen. Das macht jede Reise in Höhen und Täler zu einem wunderbaren Erlebnis.

Wer im Morgengrauen seine Wanderstiefel schnürt und den Rucksack mit dem Nötigsten packt, der wird an diesem Tag keine Konzernbilanz retten, er wird kein Auto zusammenschrauben und auch kein Brot backen. Er wird versuchen, sich möglichst darauf zu konzentrieren, von Beginn an regelmäßig zu atmen, den Blick zu fokussieren und früh in einen Rhythmus zu kommen, der ihn nicht erschöpft. Seine Strecke bewältigt er dann tatsächlich Schritt für Schritt. Gut möglich, dass vor allem gestresste Großstädter dazu neigen, die Bergwelt romantisch zu verklären. Sie stehen ja nicht vor der Herausforderung, Tag für Tag mit den Entbehrungen umgehen zu müssen, die damit verbunden sind. Aber selbst wenn das so sein sollte, hieße es noch lange nicht, dass Männer am Berg eine absurde Spezies wären, denn wer wandert, tut nichts Schlimmes. Wie Markus Meindl der in eine Welt hinein schreitet, welche von Werten und Persönlichkeiten geprägt ist.

Meindl

Menschen, die nachhaltig handeln und Produkte, die authentisch produziert werden, begeistern. Und genau deshalb ist es immer wieder spannend, ihre Geschichten erzählen zu dürfen.

Quelle: Meindl Times Magazin

Mehr zu Markus Meindl kann man im „Uhren-Special“ in RETROWELT Ausgabe #22 nachlesen. Sie wollen die RETROWELT Ausgabe #22 in gedruckter Form kostenlos zugesandt bekommen? Einfach eine E-Mail an Joachim Fischer fischer@retropromotion.de

Tipp der Redaktion: Egal ob gesund oder abenteuerlich, ob man mit auf die Gamsjagd gehen oder nur einen Schnaps probieren möchte – die Region Lungau bietet jedem etwas für das Glück in den Bergen.

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